Spanien

seine Kultur und seine Traditionen

Spanien - seine Kultur und seine Traditionen

In Spanien treffen heute die Moderne und die Traditionen aufeinander. Die spanischen Städte wie Madrid, Valencia, Barcelona und Bilbao warten vermehrt mit moderner Architektur auf. In den Zentren stehen stilvolle, historische Bauten aus nahezu allen Epochen des Landes.
Nicht weit von den Metropolen liegen malerische Dörfer und Städtchen in spektakulären Landschaften und Natur.

Moderne Architektur Guggenheim-Museum Bilbao
Guggenheim-Museum Bilbao
Alcazar von Segovia
Alcazar von Segovia
Rathausplatz in Salamanca
Rathausplatz in Salamanca

Spanien Karte

Das spanische Festland ist in 15 „comunidades autonomas“ gegliedert. Dazu kommen die Comunidades Autónomas der Islas Canarias und der Islas Baleares. Die zwei autonomen Städte Ceuta und Melillia liegen auf dem afrikanischen Kontinent. Mit den autonomen Landesregierungen sind sie den deutschen Bundesländern sehr ähnlich. Die „autonomen Gemeinschaften“ sind weiter noch in 50 Provinzen unterteilt, die den Landkreisen gleichen. In der Regel sind sie dabei nach ihren Hauptstädten benannt.

Wikipedia: Die autonome Gemeinschaften in Spanien

Spanienkarte mit den 17 comunidades autonomicas, Spanien
Spanienkarte mit den 17 comunidades autonomas

Spanien Steckbrief

Tabelle Steckbrief Spanien

Don Quijote und Sancho Pansa Spanien
Don Quijote und Sancho Pansa
Palmen am Strand Spanien
Palmen am Strand

Spanien Urlaub

Nach wie vor ist Spanien eines der beliebtesten Reiseziele überhaupt. Was nicht zuletzt auch an der unbefangenen Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Spanier liegt. Vor allem bei Reisen im Inland, fernab des Tourismus kommt dies deutlich zum Ausdruck.

Urlaub in Spanien ist für den meisten Badeurlaub an den Stränden des Mittelmeeres. Tief verwurzelte Klischees und einem von Vorurteilen geprägten Bild beschränkt sich in der Regel auf Paella, Stierkampf, Fiesta und Wein. Oft bleibt dabei völlig unbemerkt, dass Spanien noch so viel mehr interessantes und sehenswertes zu bieten hat.

Das Land ist von sehr alter Kultur und wechselvoller Geschichte geprägt. Jede Region ist bis heute für sich einzigartig geblieben und legt viel Wert auf den Fortbestand von alten Traditionen und der Kultur. In Hinblick auf Landschaft, Natur, Kultur und Tradition gleicht keine Region der anderen. Eine so enorme Vielfalt ist in kaum einem anderen Land anzutreffen.

Naturlandschaft in Spanien
Naturlandschaft in Spanien
Gebirgslandschaft in Spanien
Gebirgslandschaft in Spanien

In den letzten Jahrzehnten betrieb der spanische Staat großen Aufwand zum Schutz und zur Erhaltung der Landschaften und der Natur. Aus diesem Grund betreibt das Land nicht weniger als 15 streng geschützte Nationalparks und eine große Zahl an Naturschutzgebieten. Sie zählen inzwischen fast alle zum Weltkulturerbe der UNESCO oder sind als Naturdenkmal eingestuft.

Auch viele historische Städte und Dörfer stehen ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO.

Spanische Lebensart

Der zwischenmenschliche Umgang und die freudige Geselligkeit sind für die Spanier von hohem Wert.

Überall, selbst in den großen Städten behalten sie stets ihre Ruhe und Gelassenheit. Sie hetzen nicht durch die Straßen, sondern schlendern umher und schauen sich gemächlich in der Gegend um. Schließlich bleibt immer genügend Zeit für freundliche Gesten und einen kleinen Plausch an der Ecke.

In den vielen traditionellen Läden, die es trotz Supermärkte noch reichlich gibt, geht man freundlich miteinander um und tauscht Nettigkeiten aus. Nichtsdestotrotz, auch in den Supermärkten kommt freundlicher Umgang nicht zu kurz.

Vor allem im gastronomischen Bereich wie Hotels, Restaurants, Cafes und Bars ist die Bewirtung stets hervorragend und allzeit freundlich. Der Gast ist jedenfalls König.

Bleiben sie auf jeden Fall gelassen, wenn die Spanier sie mit „cariño“ oder „guapa“ ansprechen. Dies sind Ausdrücke für Zuneigung und Innigkeit und bedeutet, dass man sie mag. Die Sprach-Hürden sind dabei nebensächlich. Die Spanier ignorieren sie einfach und kommunizieren stets mit Freundlichkeit und Herzlichkeit. Kann jemand zu der „gestenreichen Plauderei“ etwas auf Spanisch beitragen, schließen sie ihn sofort ins Herz.

Plaza in südspanischer Stadt Spanien
Plaza in südspanischer Stadt
Straßencafe an der Plaza Spanien
Straßencafe an der Plaza

Spanien und die Zeit

Reisende, die sich abseits der Urlaubsregionen bewegen, sollten sich bald an den Tagesablauf in Spanien anpassen. Denn in der langen Mittagspause von 14:00 Uhr bis 17:00 sind viele Geschäfte, Behörden und Banken geschlossen. Auch die Zeiten fürs Essen liegen hier anders und sind für Mitteleuropäer eher untypisch. Vor 14:30 isst hier niemand zu Mittag, das Abendessen findet nicht vor 22:00 Uhr statt. Je schneller sich der Gast darauf einlässt, umso schöner und entspannter verläuft die Reise.

Mancher wundert sich sicher über die oft bis spät in die Nacht andauernde Energie der Spanier. Das Geheimnis liegt in der täglichen Siesta. Ein kurzer Mittagsschlaf nach einer ausgiebigen Mahlzeit hilft schnell zu neuen Kräften. Nach 17:00 bleibt immer noch genügend Zeit für einen Besuch am Strand oder einen Ausflug. So lässt sich auch die große Mittagshitze im Sommer bequem umgehen.

Mañana, mañana ist ein wesentlicher Ausdruck für die spanische Lebensart. Mit der Zeit gehen die Spanier etwas anders um als beispielsweise die Mitteleuropäer. Alles dauert hier in der Regel etwas länger. Es ist üblich sich um mehrere Dinge gleichzeitig zu kümmern und ist so flexibler im Umgang mit Terminen. Auch ist es nichts Spezielles zu Verabredungen etwas später zu kommen. In der Freizeit geht eben alles entspannter zu. Schließlich ist am Ende dann alles zum Wohlbehagen erledigt.

Spanien Flagge

Die spanische Flagge zeigt zwei schmale, rote Streifen außen und einen gelben, doppelt so breiten Streifen in der Mitte. Die Farben, Rot und Gelb, führte König Karl der III. im 18. Jahrhundert ein. Sie sollten zur Erkennung der Schiffe der spanischen Armada dienen.

Das Wappen befindet sich im mittleren, gelben Streifen. Auf der Rückseite ist es gespiegelt dargestellt und vermittelt so den Eindruck, dass es durch die Flagge durchscheint. Nicht gespiegelt sind die Spruchbänder und deshalb von beiden Seiten lesbar.

Die schon seit 1936 gültige Fahne ohne Wappen dient als Bürgerliche und Handelsflagge. Die Ursprünge der Flagge sind jedoch viel älter.
Vor 1936 zeigte das Wappen einen viergeteilten Schild mit den Symbolen der früheren Königreiche mit der Königskrone.

Das Franco-Regime (1936-1975) ersetzte das Wappen der Königreiche durch einen Adler mit dem Staatswappen in den Krallen. Hinzu kamen noch Joch und Pfeilbündel sowie die Säulen des Herkules. Auf dem Spruchband stand „VNA GRANDE LIBRE“ (Einig Groß Frei).
Nach Francos Tod wurde die Fahne 1977 erneut modifiziert.

Offizielle Spanien Flagge seit 1981
Offizielle Spanien Flagge seit 1981
Bürgerliche und Handelsflagge, Variante ohne Wappen
Bürgerliche und Handelsflagge, Variante ohne Wappen

Offizielle spanische Flagge

Die Abschaffung erfolgte schließlich 1981 mit dem Übergang zur konstitutionellen Monarchie. Seit dieser Zeit ist die heutige spanische Fahne mit ihren Farben und dem spanischen Wappen gültig.

Das Wappen zeigt oben die spanische Königskrone. Die Wappenfelder stellen die Wappen der Königreiche Kastilien (goldenes Kastell auf rotem Grund) und Lion (Löwe auf silbernen Grund) dar. Für die Krone Aragons stehen vier rote vertikale Streifen auf goldenen Grund und für das Königreich Navarra goldene Ketten auf rotem Grund. Die Spitze zeigt einen grün blättrigen Granatapfel auf silbernen Grund für das ehemalige Königreich Granada. In der Mitte ist das Familienwappen der Bourbonen, ein Herzschild mit drei goldenen Schwertlilien auf blauem Grund, des heutigen Königs dargestellt.

Zu beiden Seiten stehen die Säulen des Herkules mit dem Spruchband „Plus Ultra“ (darüber hinaus). Sie weisen auf Herakles (Herkules) hin. So war der Name für die bedeutende Meerenge von Gibraltar im Altertum. Die mächtige spanische Seemacht kontrollierte sie über lange Zeit.

Quelle: Wikipedia

Spanien Geschichte

Viele Völker, die zeitweilig hier lebten, nahmen großen Einfluss auf die Kultur des Landes. Spanien ist von mehreren tausend Jahren Geschichte und Kultur geprägt.

Die Römer

Die Römer hinterließen hier sehr tiefe Spuren ihrer Kultur. Sie brachten die romanische, bzw. die lateinische Sprache mit, aus der die offizielle Sprache das Castellano, hervorging. Hispania wurde zur römischen Provinz und war somit ein wichtiger Teil des römischen Reiches. Die Iberer nahmen schließlich vollends die römische Kultur an.

Ferner brachten die Römer auch das Christentum nach Spanien. Bis heute gehört ein großer Teil der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an.

 

Römisches Theater in Malaga Spanien
Römisches Theater in Malaga
Römischer Tempel in Cordoba Spanien
Römischer Tempel in Cordoba
Römische Ruinen in Castilla la Mancha Spanien
Römische Ruinen in Castilla la Mancha

Die Mauren

Am Beginn des achten Jahrhunderts nahmen die Mauren aus dem arabischen Raum große Teile der Halbinsel ein. Im Folgenden herrschten sie hier dann fast 700 Jahre lang.

Mit ihrer arabischen Baukunst erbauten sie prunkvolle Schlösser, Burgen und Moscheen. Auf der ganzen Welt bekannte Bauwerke wie z.B. die Alhambra in Granada, die Mezquita in Cordoba und die Giralda in Sevilla erbauten einst die Mauren. Sie gründeten viele Städte und Dörfer im ganzen Land. Die alten Ortskerne mit maurischer Architektur sind noch deutlich sichtbar und sehr gut erhalten.

Giralda von Sevilla Spanien
Giralda von Sevilla
Mezquita von Cordoba Spanien
Mezquita von Cordoba
Alhambra in Granada Spanien
Alhambra in Granada

Die arabische Kultur hatte zudem auch große Bedeutung für die spanische Küche. Sie bereicherte sie mit vielen Dingen wie zum Beispiel Gewürze und neue Arten in der Zubereitung aus dem Orient.
Im Laufe der Reconquista, besser gesagt der Rückeroberung, nahmen die Christen das Land bis 1492 Stück für Stück wieder ein.

Andere Kulturen auf der iberischen Halbinsel

Weitere Völker aus dem Mittelmeerraum und dem Norden siedelten sich im Laufe der Geschichte auf der Halbinsel an. Die Phönizier legten im elften Jahrhundert v. Chr. an der Südküste an und gründeten hier mehrere bedeutende Kolonien. Die bekanntesten sind die Städte Alicante, Cadiz und Malaga.

Cathedrale von Cadiz Spanien
Cathedrale von Cadiz
Hafen von Alicante Spanien
Hafen von Alicante

Nach den Phöniziern besiedelten die Griechen Teile der Küsten und gründeten hier ebenfalls Kolonien. Im fünften und vierten Jahrhundert v. Chr. drangen dann keltische Stämme aus Gallien ein. Nach langen heftigen Kämpfen verschmolzen sie mit den Iberern zu dem Volk der Keltiberer. Sie pflegten sowohl iberische als auch keltische Kultur und Bräuche.
Ab 220 v. Chr. eroberten die dann Karthager weite Teile im Süden und Osten der Halbinsel. Die Gründung der Stadt Cartagena und Siedlungen auf Ibiza gehen auf sie zurück.

Nach dem Zerfall des römischen Imperiums fielen im fünften Jahrhundert n. Chr. Westgoten aus dem Norden ein. Schließlich eroberten sie ganz Spanien und riefen 419 n. Chr. das erste westgotische Königreich aus. Toledo ernannten sie zu ihrer Hauptstadt.

Bis ins 20. Jahrhundert ist das Land von seiner wechselvollen Geschichte stark geprägt. Ein großer Wandel brachte der Bürgerkrieg und anschließend die Diktatur Francos über das Land.

Nach Francos Tod 1975 leitete der von ihm selbst ernannte Nachfolger König Juan Carlos den Umbruch zur Demokratie ein. Mit dem Beschluss zu einer Verfassung ging Spanien dann 1978 zur parlamentarischen Monarchie über. Am Ende der Übergangszeit fanden 1982 schließlich die ersten demokratischen Wahlen statt. Seit 1982 gehört es zur Europäischen Union und trat später auch der Eurozone bei.

Spanische Sprache

Wie schon erwähnt brachten die Römer die romanische bzw. lateinische Sprache auf die iberische Halbinsel. Bis heute haben sich noch ein paar, regional begrenzte Sprachen wie Gallego (galizisch), Catalán (katalanisch) oder Euskera (baskisch) erhalten. Letztere ist die älteste, noch aktive Sprache der Welt. Sie ist eine für sich isolierte Sprache und gehört keiner Sprachfamilie an. In Andalusien hält sich zudem bis heute ein gewisser arabischer Einfluss auf die Sprache.

Die gemeinsame Sprache aller Spanier ist das Castellano, dass heute als Spanisch bekannt ist.

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